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Merz setzt auf Technologieoffenheit beim Antrieb der Zukunft
Merz setzt auf Technologieoffenheit beim Antrieb der Zukunft, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Die Diskussion um das Ende der Verbrennungsmotoren spitzt sich in Europa zu. Während die EU neue CO₂-Grenzwerte vorbereitet, will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Erhalt sogenannter „hocheffizienter Verbrenner“ nach 2035 ermöglichen. Gleichzeitig steigen in Deutschland die CO₂-Abgaben und damit auch die Preise für Benzin und Diesel deutlich. Diese Entwicklungen treffen Verbraucher, Hersteller und Politik gleichermaßen.

Inhaltsverzeichnis:

Friedrich Merz und die Zukunft der Verbrenner

Bundeskanzler Merz kündigte an, sich in einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu wenden. Sein Ziel ist es, auch nach 2035 noch neue Autos mit Verbrennungsmotor zuzulassen. Geplant ist, dass neben Elektrofahrzeugen auch Plug-in-Hybride und Modelle mit Range Extender weiter zugelassen bleiben. Merz betonte, das Festlegen auf eine einzige Technologie sei „anmaßend“, man müsse alle Technologien weiterentwickeln.

Die Bundesregierung will sich daher für Technologieoffenheit einsetzen. Sie argumentiert, dass Innovationen bei E-Fuels und klimaneutralen Kraftstoffen den Übergang erleichtern könnten. Mehr über Entwicklungen bei Elektrofahrzeugen erfährst du in unserem Beitrag zu E-Autos und der Kfz-Steuer in Deutschland.

Autoindustrie zwischen Druck und Unsicherheit

Die Reaktionen der Hersteller sind geteilt. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Autoindustrie (VDA), forderte eine Kurskorrektur in der EU-Klimapolitik. Sie betonte, dass Autofahrer noch nicht ausreichend bereit seien, auf Elektromobilität umzusteigen. Auch Ola Källenius (Mercedes) und Oliver Zipse (BMW) plädieren für eine Verschiebung des Verbrenner-Endes. Källenius bezeichnete ein reines Verbot als „zu eindimensional“, Zipse sprach von einem „gefährlichen Irrweg“.

Dagegen hält Audi-Chef Gernot Döllner die Debatte über neue Verbrenner für „kontraproduktiv“. Er verwies auf die Vorteile des Elektroautos für den Klimaschutz. Prof. Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut in Bochum geht noch weiter: „Die Diskussion um das Verbrennerverbot ist 1000 Mal schädlicher als das Verbot selbst.“

Damit zeigt sich ein tiefes Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen, technologischem Wandel und politischer Verantwortung. Ein Überblick über aktuelle Hybridentwicklungen findet sich unter Volkswagen T-Roc mit Hybridtechnik.

Die steigende CO₂-Abgabe und ihre Folgen

Parallel zur Debatte um den Verbrenner steigen die Kosten für Emissionen. Der CO₂-Preis pro Tonne hat sich in wenigen Jahren deutlich erhöht. Laut Berechnungen auf Basis von ADAC-Daten führte dies zu steigenden Aufschlägen beim Kraftstoffpreis. Bis 2028 könnten Autofahrer für Benzin rund 21 Cent und für Diesel etwa 23 Cent mehr pro Liter zahlen.

Jahr CO₂-Preis/Tonne Aufschlag/Liter Benzin Aufschlag/Liter Diesel
2021 25 € ca. 7 Cent ca. 8 Cent
2022 30 € ca. 8,4 Cent ca. 9,5 Cent
2023 30 € ca. 8,4 Cent ca. 9,5 Cent
2024 45 € ca. 12,7 Cent ca. 14,2 Cent
2025 55 € ca. 15,7 Cent ca. 17,2 Cent
2026 55–65 € ca. 15,7–18,6 Cent ca. 17,3–20,5 Cent
2027 55–65 € ca. 15,7–18,6 Cent ca. 17,3–20,5 Cent
2028 73 € (Terminbörse) ca. 20,84 Cent ca. 22,83 Cent
20XX theoretisch 200 € ca. 57 Cent ca. 62,5 Cent

Die Zahlen machen deutlich, dass die CO₂-Kosten zu einem entscheidenden Faktor für die Mobilität in Deutschland werden.

Weitere Informationen zu Kostenentwicklungen für Autofahrer findest du unter neue Pflichten und Kosten für Autofahrer 2026.

Elektroautos gewinnen langsam an Boden

Trotz politischer Förderung wächst die Zahl der E-Autos nur schrittweise.

E-Autos legen zu, bleiben aber trotz Förderung noch in der Minderheit
E-Autos legen zu, bleiben aber trotz Förderung noch in der Minderheit, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Von 2024 auf 2025 stieg der Bestand um 17,2 Prozent, der Gesamtanteil liegt bei 3,3 Prozent. Die Bundesregierung verlängerte die Steuerfreiheit für Elektrofahrzeuge bis 2035 und erhöhte die Abschreibungsmöglichkeit im ersten Jahr auf 75 Prozent.

Das Interesse an neuen Modellen bleibt hoch, wie der Rekord bei Neuzulassungen von Elektroautos zeigt. Dennoch dominiert der Verbrenner mit einem Anteil von über 80 Prozent weiterhin den Fahrzeugbestand.

Deutschland zwischen Klimaziel und Realität

Deutschland steht an einem Wendepunkt. Die Bundesregierung sucht den Ausgleich zwischen Klimaschutz, industrieller Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Akzeptanz. Das Ringen um den richtigen Zeitpunkt für das Verbrenner-Aus ist Ausdruck dieser Balance.

Fest steht: Je später der Abschied von fossilen Kraftstoffen erfolgt, desto teurer wird es für Verbraucher und Umwelt. Doch ohne bezahlbare Alternativen wird der Wandel schwer. Die kommenden Jahre bis 2035 entscheiden, ob Deutschland beim Umbau seiner Mobilität Tempo macht – oder den Anschluss verliert.

Quelle: Auto Bild, Milekcorp

FAQ

Was bedeutet das Verbrenner-Aus ab 2035?

Ab 2035 dürfen in der EU keine neuen Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden. Es betrifft Autos, die mit fossilen Brennstoffen wie Benzin oder Diesel betrieben werden. Bereits zugelassene Fahrzeuge bleiben weiterhin erlaubt.

Welche Rolle spielt Bundeskanzler Friedrich Merz in der Diskussion?

Friedrich Merz will sich bei der EU-Kommission dafür einsetzen, dass nach 2035 weiterhin „hocheffiziente Verbrenner“ zugelassen bleiben. Er betont die Bedeutung von Technologieoffenheit und unterstützt die Entwicklung von E-Fuels als klimaneutrale Alternative.

Wie wirkt sich der steigende CO₂-Preis auf die Spritkosten aus?

Mit dem Anstieg des CO₂-Preises steigen auch die Preise für Benzin und Diesel. Bis 2028 wird ein Aufschlag von rund 21 Cent pro Liter Benzin und 23 Cent pro Liter Diesel erwartet. Diese Entwicklung trifft vor allem Autofahrer und Transportunternehmen.

Welche Haltung vertreten Autohersteller wie Mercedes, BMW und Audi?

Mercedes-Chef Ola Källenius und BMW-Chef Oliver Zipse sprechen sich gegen ein festes Verbrenner-Verbot aus. Sie halten es für zu starr und wirtschaftlich riskant. Audi-Chef Gernot Döllner hingegen sieht das Elektroauto als die bessere Technologie und warnt vor neuen Verbrenner-Debatten.

Wie stark wächst die Zahl der Elektroautos in Deutschland?

Von 2024 auf 2025 stieg der Bestand an Elektroautos um 17,2 Prozent, der Gesamtanteil liegt bei etwa 3,3 Prozent. Trotz dieser Zunahme dominieren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mit über 80 Prozent weiterhin den Markt.

Welche Unterstützung bietet die Bundesregierung für Elektroautos?

Die Bundesregierung hat die Steuerfreiheit für Elektroautos bis 2035 verlängert und die Abschreibung im ersten Jahr auf 75 Prozent erhöht. Damit sollen mehr Menschen zum Kauf eines E-Autos motiviert werden.

Wie entwickeln sich die CO₂-Abgaben in den kommenden Jahren?

Der CO₂-Preis steigt von 25 Euro pro Tonne im Jahr 2021 auf 73 Euro im Jahr 2028. Theoretisch könnten langfristig sogar 200 Euro pro Tonne erreicht werden. Damit erhöhen sich die Kraftstoffpreise entsprechend der Emissionen.

Wie beeinflusst das Verbrenner-Aus die deutsche Autoindustrie?

Die Industrie steht vor einem großen Umbruch. Hersteller müssen ihre Produktion auf Elektro- und Hybridmodelle umstellen. Gleichzeitig wächst der Druck, Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, während die Klimaziele eingehalten werden müssen.

Wer unterstützt das Verbrenner-Aus?

Befürworter wie Prof. Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut sehen im Ausstieg eine notwendige Maßnahme für den Klimaschutz. Er warnt, dass anhaltende Diskussionen den Automarkt verunsichern und hohe wirtschaftliche Verluste verursachen könnten.

Wie sieht die Zukunft der Mobilität in Deutschland aus?

Deutschland befindet sich im Wandel zu einer klimaneutralen Mobilität. E-Autos, E-Fuels und Hybride werden parallel weiterentwickelt. Die kommenden Jahre bis 2035 sind entscheidend für den Erfolg der Verkehrswende und das Erreichen der Klimaziele.