Die Bundesregierung arbeitet an einer neuen Förderung für Elektrofahrzeuge. Die letzte Abstimmung steht noch aus. Fest steht jedoch, dass Zuschüsse von bis zu 6000 Euro geplant sind und auch Plug-in-Hybride einbezogen werden sollen. Das Programm soll soziale Kriterien berücksichtigen und rückwirkend gelten. Die Diskussion um Kaufanreize steht dabei im engen Zusammenhang mit Entwicklungen rund um gebrauchte Elektroautos und neue Förderungen.
Inhaltsverzeichnis
- Bundesregierung und Bundesumweltministerium
- Einkommensgrenzen und Anspruch
- Förderstufen und Fahrzeugkriterien
- Gebrauchtwagen und Marktumfang
- Frankreich und soziales Leasing
- Positionen von Verbänden und Experten
Bundesregierung und Bundesumweltministerium
Die Förderung befindet sich in der finalen Abstimmungsphase innerhalb der Bundesregierung. Details wurden vorab bekannt. Der Bund stellt insgesamt 3 Milliarden Euro bereit, verteilt über die Jahre 2026 bis 2029. Allein für 2026 sind 550 Millionen Euro vorgesehen. Zuständig ist das Bundesumweltministerium, das bereits ein erstes FAQ erarbeitet hat.
Im Mai soll ein offizieller Förderrechner veröffentlicht werden. Die Genehmigung der EU-Kommission steht noch aus. Die Förderung soll rückwirkend zum 1. Januar 2026 gelten. Anspruchsberechtigte können den Fahrzeugkauf bereits einplanen. Parallel dazu rückt auch das Thema steuerliche Rahmenbedingungen stärker in den Fokus, mehr Informationen hier.
Einkommensgrenzen und Anspruch
Gefördert werden Kauf und Leasing von reinen Elektroautos sowie Plug-in-Hybriden. Die Einkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro Bruttojahreseinkommen. Pro Kind erhöht sich die Grenze um 5000 Euro, maximal für zwei Kinder, also bis 90.000 Euro.
Unabhängig vom Einkommen gilt für neue E-Fahrzeuge eine Steuerbefreiung bis 2035. Die Förderung orientiert sich am Median der Neuwagenkäufer. Damit käme rund die Hälfte aller Haushalte infrage. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die öffentliche Ladeinfrastruktur, weitere Details hier.
Förderstufen und Fahrzeugkriterien
Es sind fünf Förderstufen vorgesehen. Die Basisprämie beträgt 3000 Euro. Pro Kind kommen 500 Euro hinzu, maximal 1000 Euro. Haushalte mit weniger als 3000 Euro monatlichem Nettoeinkommen erhalten zusätzliche Unterstützung. In Einzelfällen könnten so bis zu 6000 Euro Zuschuss erreicht werden.
Für Plug-in-Hybride sind 1500 Euro vorgesehen. Der Netto-Listenpreis darf 45.000 Euro nicht überschreiten. Plug-in-Hybride müssen zudem maximal 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen und mindestens 80 Kilometer rein elektrisch fahren können.
| Kategorie | Betrag |
|---|---|
| Basisförderung | 3000 € |
| Kinderzuschlag | +500 € je Kind |
| Niedriges Einkommen | bis 5000 € |
| Höchstförderung | bis 6000 € |
| Plug-in-Hybrid | 1500 € |
Gebrauchtwagen und Marktumfang
In einer zweiten Stufe soll auch der Kauf gebrauchter Elektroautos gefördert werden. Das bestätigte Bundesumweltminister Carsten Schneider. Der Starttermin ist offen, da Missbrauch vermieden werden soll.
Mit den verfügbaren Mitteln könnten je nach Förderhöhe rund 800.000 Fahrzeuge unterstützt werden. Der Bestand von derzeit etwa 2,25 Millionen E-Autos in Deutschland würde deutlich steigen.
Frankreich und soziales Leasing
Als Vorbild gilt das französische Modell des sozialen Leasings. Der Staat stellt dort rund 370 Millionen Euro bereit. Bis zu 50.000 Fahrzeuge werden gefördert. Pro Auto sind bis zu 7000 Euro möglich.
Die monatlichen Raten beginnen unter 100 Euro. Teilnahmeberechtigt sind Personen mit einem Jahreseinkommen unter 16.300 Euro und einer jährlichen Fahrleistung von mindestens 8000 Kilometern. Es wird erwartet, dass sich deutsche Pläne an diesem Modell orientieren.
Positionen von Verbänden und Experten
Der Verband der Automobilindustrie befürwortet die Prämie grundsätzlich. Präsidentin Hildegard Müller warnt jedoch vor Verzögerungen und fordert gleiche Bedingungen für alle Hersteller.
Professor Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research hält sinkende Fahrzeugpreise für wahrscheinlicher als zusätzliche Förderung. Er kritisiert vor allem hohe Schnellladepreise.
Der ZDK fordert eine Einbeziehung gebrauchter Fahrzeuge. Präsident Thomas Peckruhn warnt vor Kaufzurückhaltung. Mehrere Händlerverbände sehen im Gebrauchtwagen-Bonus den größeren sozialen Effekt.
Eine Umfrage des Portals Carwow zeigt zudem klare Zustimmung. 70 Prozent der 1100 Befragten befürworten die Kaufprämie. 67 Prozent würden ihre Kaufentscheidung davon abhängig machen. Die Erhebung ist nicht repräsentativ.
Quelle: AUTO BILD, WEBRIVAIG
FAQ
Ab wann soll die neue Kaufprämie für Elektroautos gelten?
Die geplante Förderung soll rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 gelten, auch wenn die finale Abstimmung in der Bundesregierung noch aussteht.
Wie hoch kann die Förderung für ein Elektroauto maximal ausfallen?
Je nach Einkommenssituation und Kinderzahl kann die Kaufprämie bis zu 6000 Euro pro Fahrzeug betragen.
Welche Fahrzeuge sind förderfähig?
Gefördert werden reine Elektroautos sowie Plug-in-Hybride, sofern sie bestimmte Preis- und Emissionsgrenzen einhalten.
Gibt es Einkommensgrenzen für die Förderung?
Ja, die Bruttojahreseinkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro und erhöht sich pro Kind um 5000 Euro, maximal für zwei Kinder.
Ist auch eine Förderung für gebrauchte Elektroautos geplant?
Ja, der Kauf gebrauchter Elektroautos soll in einer zweiten Stufe bezuschusst werden, ein konkreter Starttermin steht jedoch noch nicht fest.