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Steigende THG-Prämien erhöhen den finanziellen Vorteil von Elektroautos
Steigende THG-Prämien erhöhen den finanziellen Vorteil von Elektroautos, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Der Markt für Treibhausgasminderungs-Prämien hat sich zu Jahresbeginn spürbar verändert. Besitzerinnen und Besitzer von Elektroautos erhalten aktuell wieder deutlich höhere Auszahlungen. Die Angebote erreichen ein Niveau, das zuletzt im Frühjahr 2023 zu beobachten war. Vergleichsportale melden neue Höchststände, ähnlich wie bei der neuen Kaufprämie für E-Autos.

Inhaltsverzeichnis

Preisentwicklung der THG-Prämien seit 2024

Seit Januar liegen die Prämien für rein batterieelektrische Fahrzeuge bei über 300 Euro. Einzelne Anbieter zahlen bis zu 330 Euro. Im Jahr 2023 bewegten sich die Auszahlungen meist nur zwischen 50 und 100 Euro. Diese Entwicklung markiert eine klare Trendwende. Laut Daniele Hofmann, Referentin für Energierecht bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, konnten Verbraucher in den vergangenen Jahren nur begrenzt profitieren. Gleichzeitig bewertet sie es positiv, dass Halterinnen und Halter von E-Fahrzeugen am Handel mit Treibhausgasen teilnehmen können.

Gesetzliche Vorgaben für Mineralölkonzerne

Unternehmen, die fossile Kraftstoffe vertreiben, müssen gesetzlich festgelegte Minderungsquoten einhalten. Wird die vorgeschriebene Reduktion verfehlt, fällt eine Strafe von 600 Euro pro überschüssiger Tonne CO₂ an. Mit Beginn des Jahres 2026 liegt die Quote bei 12,1 Prozent. Ab 2030 sind 25 Prozent vorgeschrieben. Für 2040 ist ein Zielwert von 59 Prozent definiert. Die politischen Vorgaben stehen dabei im Zusammenhang mit der künftigen Kfz-Besteuerung von Elektroautos.

Handel mit THG-Zertifikaten

Die Zertifikate entstehen durch die rechnerische CO₂-Ersparnis von Elektrofahrzeugen gegenüber Verbrennern. Energieversorger oder spezialisierte Dienstleister zahlen dafür Prämien aus. Diese Nachweise werden anschließend an Mineralölkonzerne weiterverkauft. Kritiker bezeichnen den Vorgang als Handel mit Verschmutzungsrechten. Umweltorganisationen bemängeln, dass dadurch zwar Elektromobilität gefördert werde, jedoch nicht zwingend weniger Emissionen entstünden.

Unterschiede nach Fahrzeugklassen

Prämien gibt es ausschließlich für batterieelektrische Fahrzeuge. Die Höhe richtet sich nach der Fahrzeugklasse. Aktuell gelten folgende Richtwerte:

  • Pkw und Motorräder mit vergleichbaren Beträgen
  • Transporter mit rund 450 Euro
  • Lkw über 12 Tonnen mit mehr als 5.000 Euro
  • Busse mit etwa 11.000 Euro

Für Privatpersonen sind diese Einnahmen steuerfrei. Die Berechnungsgrundlage ist ein pauschaler Stromverbrauch je Kategorie.

Einfluss von Angebot, Nachfrage und Strommix

Die Preise werden am Markt gebildet. Mit jeder Erhöhung der Quote steigt die Nachfrage nach Zertifikaten. Mittelfristig sind daher höhere Prämien möglich. Gleichzeitig wächst jedoch die Zahl der Elektrofahrzeuge deutlich, was bereits bei einem Rekord bei Neuzulassungen von Elektroautos sichtbar wurde.

Wachsende Zahl von Elektroautos

Ende November lag der Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge am Gesamtbestand bei 4,1 Prozent. Unter den Neuzulassungen erreichte er bereits fast 20 Prozent. Im Jahr 2023 war bundesweit fast jedes fünfte neu zugelassene Auto ein reiner Stromer. In Berlin lag der Anteil bei 19,6 Prozent, in Brandenburg bei 17 Prozent.

Fristen und staatliche Rolle

Für jedes Elektrofahrzeug kann einmal jährlich bis zum 15. November eine THG-Prämie beantragt werden. Wird diese Frist verpasst, verkauft der Staat die entsprechenden Zertifikate selbst. Daniele Hofmann rät deshalb zum Vergleich der Angebote. Wichtig sind Vertragslaufzeiten, automatische Verlängerungen und die Frage, ob die Prämie garantiert oder variabel ausgezahlt wird.

FAQ

Was ist eine THG-Prämie?

Die THG-Prämie ist eine finanzielle Vergütung für Besitzerinnen und Besitzer von rein batterieelektrischen Fahrzeugen, die ihre rechnerischen CO₂-Einsparungen gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor an Energieversorger oder spezialisierte Dienstleister verkaufen.

Wer kann eine THG-Prämie erhalten?

Eine THG-Prämie können ausschließlich Halterinnen und Halter von rein batterieelektrischen Fahrzeugen beantragen, unabhängig davon, ob es sich um Pkw, Motorräder, Transporter, Lkw oder Busse handelt.

Wie hoch ist die THG-Prämie im Jahr 2024?

Seit Jahresbeginn liegen die Angebote für Pkw und Motorräder meist bei über 300 Euro, einzelne Anbieter zahlen bis zu 330 Euro, während die Prämien im Jahr 2023 überwiegend zwischen 50 und 100 Euro lagen.

Warum müssen Mineralölkonzerne THG-Zertifikate kaufen?

Mineralölkonzerne sind gesetzlich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen zu senken und können fehlende Minderungen durch den Kauf von THG-Zertifikaten ausgleichen, um Strafzahlungen von 600 Euro pro überschüssiger Tonne CO₂ zu vermeiden.

Bis wann kann die THG-Prämie beantragt werden?

Für jedes Elektrofahrzeug kann die THG-Prämie einmal pro Jahr bis zum 15. November beantragt werden, danach gehen nicht eingelöste Zertifikate in den Verkauf durch den Staat über.

Quelle: RBB24, MILEKCORP